Geburtshaus, 1. Kind

Und trotzdem, trotz diesem „Möckli“ von Kind kann ich ehrlich sagen: beste Geburt ever! 😊

Mein Mann und ich hatten uns entschieden, im Geburtshaus in Sursee zu gebären. Ich hatte das Gefühl, mich bei einer Hausgeburt nicht richtig entspannen zu können, und dann auch im Wochenbett nicht alles abdelegieren zu können. Das Geburtshaus war darum die richtige Entscheidung! Alles ist viel persönlicher als im Spital und es ist schon eine andere Grundhaltung, dass man weniger als Kranke denn als gesund Gebärende betrachtet wird. Ein bisschen wie zuhause ohne die ganze Verantwortung plus Verwöhnprogramm 😊

In der Vorbereitungszeit hatte ich den Eindruck, dass es nicht in erster Linie ein Vermeiden oder eine Verneinung der Schmerzen geht, sondern um das Willkommen heissen und Bejahen von Miriam. Also den Fokus weg vom Schmerz hin zum Kind und zum Schönen, das Gott für mich in dieser Geburt bereit hält. Dazu hatte eine Freundin den Eindruck, dass ich wie ein Adler mich in die Lüfte stürzen solle und merken darf, wie Gott mich nicht nur trägt, sondern weiter bringt, als wenn ich aus eigener Kraft fliegen möchte. Auch viele andere hatten beim Beten den Eindruck, es werde super laufen. Ich möchte dir an dieser Stelle auch Danke sagen für den Kurs. Er hat mir sehr geholfen, mich innerlich vorzubereiten, mir Gedanken zu machen, mich auszurichten.

Nach so vielen Eindrücken und Gebeten war ich ja mal gespannt. Miriam hat schliesslich ziemlich auf sich warten lassen. So eine Woche über dem Termin (und einem ständigen Ziehen im Bauch) fand ich es wirklich schwer, auf diese ganzen Worte zu vertrauen. Wusste ich doch von meiner Frauenärztin, dass Miriam laut Ultraschall gut über 3000 gramm schwer sein müsste...Schliesslich entkamen wir dem Einleiten im Spital nur knapp, und Miriam entschloss sich 10 Tage über dem Termin doch noch, von selbst auf die Welt zu kommen.


Die Wehen begannen gegen 23.00 und gegen halb eins kamen wir im Geburtshaus an.
Von da an war für mich die Atmosphäre mega schön. Ich empfand grossen Frieden und eine freudige Spannung. Die ersten 2 Stunden konnten wir viel miteinander und der Hebamme plaudern, ich planschte in der Wanne, es war richtig entspannt. Erst gegen Schluss wurde es dann anstrengend. Da war schon recht Arbeit im Spiel. Aber voll ok. Wenn eine Wehe vorbei war, fand ich immer wieder schnell zurück in die Entspannun. Ich erlebte darin wirklich, wie Jesus mich trägt. Ich war die ganze Zeit voll präsent und hatte nie das Gefühl, etwas passiert einfach mit mir.


Die Hebamme und ich waren ein super Team, sie verstand ohne grosse Worte, wie es mir ging und ich konnte ihre Anweisungen gut umsetzen. Als Miriam dann auf der Welt war, war mir auch klar, warum es so anstrengend gewesen war: Miriam brachte ganz 4500 Gramm auf die Waage. Und trotzdem, trotz diesem „Möckli“ von Kind kann ich ehrlich sagen: beste Geburt ever!
😊