Hausgeburt, 2. Kind

"Es ist beeindruckend, welche Kraft den eigenen Körper bei einer Geburt packt."


Um 1:00 wurde ich wach, weil das Ziehen stärker und regelmässiger wurde. Ich weckte meinen Mann und wir warteten ein paar Wellen ab, die im Abstand von vier Minuten kamen. Ich rief die Hebamme an, die kam und mich untersuchte.  Da war ich schon 4-5 cm offen. Das hat mich sehr gefreut und ich habe wie gehabt weitergemacht, auf meinem Bett liegend und die Wellen aus der Tiefenentspannung heraus verarbeitet, was wirklich nicht schmerzhaft war.

 

Etwas später wurden die Wellen stärker und ich wollte ausprobieren, wie es im Wasser war, also ging ich in den Pool. Das Wohnzimmer war in Kerzenlicht getaucht, richtig gemütlich, alle waren ganz entspannt. Ich hörte noch einmal einen Entspannungstext (aufgenommen von meinem Mann) und dann machten wir leise Musik an. Ich probierte verschiedene Stellungen aus und es fiel mir immer schwerer nur mit der Ballonatmung den Gegendruck zur Welle zu erzeugen. Ich brauchte den Händedruck meines Mannes in meinem unteren Rücken. Als die Hebamme mich untersuchte, war ich schon bei 7-8 cm!

 

Nun wurde es heftiger, es ist wirklich mega beeindruckend, welche Kraft den eigenen Körper da packt. Die Hebamme redete mir sanft zu und machte mir Mut und hörte die Herztöne des Ungeborenen ab. (dem Baby ging es die ganze Zeit blendend). Ich fühlte mich richtig geborgen in diesem runden Pool im halbdunklen Raum, umgeben von so lieben Menschen und innerlich sehr getragen von Gott, der mir immer wieder aufkommende Ängste wegnahm und mich lehrte, mich ganz fallenzulassen in seine Arme.

 

Ich war nun schon fast 10 cm offen. Bei den Wellen spürte ich einen Zug nach unten und die Hebamme machte mir Mut, mitzuschieben, wenn mein Körper den Impuls gab. Das Köpfchen arbeitete sich hinunter, Schritt für Schritt. Mein Mann flüsterte mir immer wieder liebevolle Dinge ins Ohr... Dann war es soweit, ich spürte das Köpfchen am Ausgang, jetzt musste es nur noch durch die letzte Öffnung, am Damm vorbei, durch den Feuerring. Es kam eine heftige Welle und ich schob mit aller Kraft das Köpfchen hinaus. Dieses Gefühl, es in zwischen meinen Händen zu spüren war überwältigend. Ich tastete den ganzen Kopf ab, spürte das Näschen, den Mund... Mein Mann war direkt neben mir und auch er nahm das Köpfchen in die Hand und musste weinen. Um 09.27 Uhr kam die letzte Welle endlich und ich nahm das Baby sofort hoch zu mir auf die Brust. Ein warmes Tuch wurde auf uns gelegt. Ich linste darunter, um das Geschlecht zu sehen: ein Mädchen!

 

Um nichts in der Welt möchte ich das Erlebnis dieser Hausgeburt missen und ich bin dem Geburtshaus Basel sehr dankbar, dass die dortigen Hebammen das mit professioneller und liebevoller Begleitung möglich gemacht haben.