Hausgeburt, 1. kind

"Ich spürte ein Drücken gegen das Steissbein. Es war das Köpfchen, das sich senkte."

Elf Uhr Abends; Die Fruchtblase springt! „Oh, wie lässig, dann werde ich in den nächsten 24-48 Stunden mein Kind zur Welt bringen.“ Mein Mann und ich waren voller Aufregung und fragten uns, was wir jetzt tun sollten. Die Antwort war schnell gefunden: Entspannen!!! Ich legte mich auf den Liegestuhl in meinem Zimmer zuhause. Mein Mann begann den Geburtspool aufzublasen. Bis er dann aber tatsächlich stand und mit Wasser gefüllt werden konnte, dauerte es aber bis 4 Uhr morgens. Immer wieder entdeckte mein Mann ein neues Loch, welches noch zu flicken war. Ich dagegen lag in meinem Stuhl und beobachtete, wie sich mein Bauch immer wieder anhob. Anfangs glaubte ich, das sei mein Baby, welches spielerisch gegen die Bauchdecke drückte. Aber dann fiel mir auf, dass sich die Bewegungen alle 5 Min. wiederholten. „Nun, dann sind das jetzt wohl die Kontraktionen!“

 

Nach einigen Stunden nahm die Intensität immer etwas mehr zu. Um 4 Uhr morgens konnte ich dann endlich in die warme „Wanne“ schlüpfen, was ich als sehr angenehm empfand. Gegen 5 Uhr spürte ich das erste Mal ein Drücken gegen das Steissbein; es war das Köpfchen, das sich senkte. Eine Stunde später traf unsere Hebamme ein. Sie untersuchte mich, der Muttermund war jetzt 7cm geöffnet. Weitere drei Stunden verstrichen. Die Kontraktionen nahmen stark zu in ihrer Intensität. Mein Mann drückte jeweils meine Stirn mit der Handfläche auf den Poolrand, während den Kontraktionen der Übergangsphase. Diesen Gegendrück empfand ich sehr hilfreich. Mit der anderen Hand bewegte er meinen Rücken sanft im Wasser hin und her.

 

Um 9 Uhr war der Muttermund ganz offen. Jetzt könnte es losgehen, ein paar Presswellen und das Kind hätte draussen sein können. Doch das Köpfchen kam während Stunden nicht in den Geburtskanal und ich verspürte keinen Drang zu pressen. Meine Hebamme forderte mich immer wieder auf in der Kontraktion mitzupressen, was mich total verwirrte, da ich auf „Entspannen“ eingestellt war. Wir versuchten alles was möglich war, aber das Baby bewegte sich nicht vorwärts. Dann kam der Zeitpunkt wo meine Hebammen mit ihrem „Latein“ am Ende waren. Sie sagten mir, dass sie mich ins Spital verlegen müssten. Das wollte ich auf gar keinen Fall.

 

Ich sagte zu meinem Mann „Schatz, wir brauchen Hilfe. Bitte kontaktiere unsere Freunde, damit sie JETZT beten.“ Das tat dann mein Mann. Fünf Kontraktionen später war unser Sohn auf der Welt, ohne eine einzige Presswelle. Ich wusste, jetzt hat Gott ihn selber rausgezogen! Danke Herr, du bist wunderbar und wer auf dich vertraut wird nicht enttäuscht. Vor der Geburt hatte ich von einer Freundin einen Eindruck für die Geburt erhalten: „Es wird eine natürliche, übernatürliche Geburt werden“. Das war es wirklich!